Projekt- und Risikomanagement

Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik

© Leibniz Universität Hannover, Institut für Stahlbau

Forschungsthemen

„Traue keiner Statistik, die du nicht selbst erstellst hast.“ Diese Aussage gilt auch für das Risiko-, Zeit- und Kostenmanagement von großen Windparkprojekten, wie sie heute besonders auf See umgesetzt werden. Im Grunde liest sich die Aufgabe ganz einfach: Unsicherheiten und Kostentreiber müssen erfasst, bewertet und minimiert werden. In der Praxis zeigen sich aber schnell schwerwiegende Probleme in der quantitativen Umsetzung, Vergleichbarkeit und Aussagekraft der Ergebnisse. Damit verschiebt sich der Wert vieler durchgeführter Risiko-, Zeit- und Kostenanalysen schnell ins Bedeutungslose.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Einerseits gibt es die verschiedenen Projektbeteiligten mit zum Teil widersprüchlichen Interessen, wie den Projektgesellschaften, Sponsoren, Banken, öffentlichen Geldgebern, Genehmigungsbehörden, Zulassungsstellen, Zulieferern/Lieferanten, Betreibern, Energieversorgern und Netzbetreibern. Dann umfassen die diversen juristischen, wirtschaftlichen, planerischen und Ingenieur-wissenschaftlichen Aufgabenstellungen ein sehr breites Spektrum unterschiedlichster Fachdisziplinen. Diese Vielfalt an Interessen und Aufgaben zusammen mit den Besonderheiten der Offshore-Windenergie erfordern die Entwicklung einer gemeinsamen Sprache, abgestimmter Arbeitsweisen und einheitlicher Methoden, um zu Bewertungen der Risiken, Zeitplanungen und Finanzstrukturen zu gelangen, denen alle Projektbeteiligten ihr Vertrauen schenken können.

Das Fraunhofer-IWES beschäftigt sich derzeit mit allen technischen Fachdisziplinen rund um die Windenergie. Zusätzlich entwickelt es derzeit hierüber übergreifende Arbeitsmethoden und -werkzeuge, mit denen es Dienstleistungen und Hilfestellungen anbietet, um die Planung und Umsetzung der umfangreichen Aufgaben im Risiko-, Zeit- und Kostenmanagement zu optimieren. Zusätzlich unterstützt es die Entwicklung eines Minimalstandards, um die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Projektbeteiligten und Fachdisziplinen zu erleichtern und um den Aussagewert von Kosten-, Zeit- und Risikoanalysen zu erhöhen.