Schnelleinstieg Vermessung von Offshore-Standortbedingungen

Die größte Herausforderung bei der Nutzung der Windenergie auf dem Meer sind die extrem schwierigen Umweltbedingungen. Dort weht der Wind sehr beständig und erreicht hohe Geschwindigkeiten; doch die harschen Umweltbedingungen stellen auch eine besondere Belastung für das Material dar und erschweren Arbeitseinsätze. Vermessungen von Wind, Baugrund und Wellen müssen äußerst präzise Ergebnisse liefern, und mit robustem Equipment durchgeführt werden.

 

Planungssicherheit für bessere Kostenkontrolle
Die erwarteten Energieerträge einer Windenergieanlage/eines Windparks stehen den Materialkosten für Anlagen, Bau und Betrieb gegenüber. Ein nicht genau zu bemessender Windertrag bedeutet daher ein großes Risiko für den wirtschaftlichen Erfolg des Projektes und schlägt sich in Kosten für die Finanzierung nieder. Werden Designparameter für Gründungen und Tragstrukturen nicht präzise erfasst, kann dies erhöhte Kosten für hohe kalkulatorische Puffer bei den Sicherheitsfaktoren nach sich ziehen. Der Einsatz exakt arbeitender Messtechnik, die für Offshore-Einsätze optimiert wurde, kann in Kombination mit Modellrechnungen Unsicherheiten erheblich reduzieren.

 

Wind, Wellen, Strömung
Ein Lidar-Windmessgerät integriert in eine Seeboje – das ist die Fraunhofer IWES Wind-Lidar-Boje. Das kompakte Design, ein robustes, autonomes Stromversorgungssystem sowie eine effiziente Datenverarbeitung und -kommunikation gewährleisten zuverlässige und flexible Offshore-Windmesskampagnen bei minimalen Kosten. Der vom Fraunhofer IWES entwickelte Korrekturalgorithmus, der die Eigenbewegungen der Boje aus den Messdaten herausrechnet, garantiert eine hohe Messgenauigkeit - vergleichbar mit Offshore-Mastmessungen. Wellen und Strömung werden parallel von der Boje erfasst. Die Modellierung der atmosphärischen Strömung sowie deren Interaktion mit Windenergieanlagen und Windparks ergänzt das Leistungsangebot.

 

Baugrund
Gemeinsam mit der Universität Bremen wurde ein geophysikalisches Erkundungsverfahren entwickelt, das den speziellen Anforderungen der Baugrunderkundung für Offshore-Windparks gerecht wird. Mittels digitaler Mehrkanalseismik wird eine Signaleindringung bis zu 50 Meter Bodentiefe erreicht – ein deutlicher Vorteil gegenüber Standardverfahren. Die hochaufgelösten Daten bilden auch komplexe Strukturen sehr genau ab und erfassen selbst schräg aufgelöste Bodenschichten. Dies ist für die Bewertung eines Offshore-Baugrunds für einen geplanten Windpark von entscheidender Bedeutung. Durch die verbesserte geophysikalische Erkundung sind erhebliche Kosteneinsparungen bei der Baugrunderkundung möglich. Das Verfahren hat sich bereits bei mehreren Feldeinsätzen in Nord- und Ostsee bewährt.

 

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