Schnelleinstieg Akkreditierte Rotorblattprüfung

Die heutige Zulassungspraxis für Rotorblätter beinhaltet die Überprüfung lastseitiger, auslegungsspezifischer, materialbedingter und auf Fertigungsverfahren bezogener Sicherheitsfaktoren. Für die Validierung der Annahmen sind bisher Materialprüfungen zur Bestimmung der Designkennwerte und eine Ganzblattprüfung nach IEC 61400-23:2014 vorgeschrieben.
 

Materialprüfung und Ganzblatt-Test auditiert
Nach der Etablierung einer State-of-the-Art-Infrastruktur mit einmaligen Prüfmethoden, die u. a. hochgenaue Deformationsmessungen und Kalibierverfahren bieten, wurden schon im März 2016 die Aktivitäten in der Materialprüfungen in Fraunhofer IWES gemäß ISO 17025 akkreditiert. Im Februar 2017 hat auch der Bereich Rotorblatt für das Verfahren „Experimentelle Strukturprüfung“ (IEC 61400-23:2014) das Akkreditierungsaudit durchlaufen und mit der Urkunde der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) im Juli eine offizielle Bestätigung seiner technischen Kompetenz erlangt.

 

Austausch fördert Wissensaufbau
Die langfristig geplante Entwicklung der Prüfmethodik wird in den kommenden Jahren weiter intensiviert. Dabei wird die technische Leistungsfähigkeit bestehender Verfahren erhöht und die Effizienz verbessert. Aufgrund der Bauteilgröße und der begrenzten Prüflingsverfügbarkeit ist die Durchführung von Vergleichstests für Prüfinstitute kaum umsetzbar. Das Fraunhofer IWES beteiligt sich intensiv an Programmen, die den Austausch zwischen solchen Institutionen fördern und somit den Kompetenzaufbau und -ausbau unterstützen.


Komponentenprüfungen

Zum heutigen Zeitpunkt sind in vielen Bereichen der Rotorblattprüf-methodik keine statistischen Aussagen möglich. Das Fraunhofer IWES erweitert derzeit sein Prüfspektrum um Komponentenprüfungen, um hier Abhilfe zu schaffen. Es hat auch dazu beigetragen, dass sie in der kommenden IEC-Richtlinie 61400-5 und in der überarbeiteten DNV-GL-Richtlinie berücksichtigt werden. Diese Richtlinien eröffnen die Möglichkeit, dass Zertifizierer einen zusätzlichen numerischen und/oder experimentellen Aufwand durch die Verringerung kalkulatorischer Sicherheitsfaktoren honorieren. Aus dieser möglichen Reduzierung der Sicherheitsfaktoren kann sich für Hersteller ein Wettbewerbsvorteil ergeben.