Auf einen Blick
- Deutschlands erster Offshore-Windpark alpha ventus wird in den kommenden Jahren zurückgebaut. Damit beginnt auch für das Forschungsprojekt RAVE eine neue Phase.
- Das Projekt finalRAVE wird die bestehenden Messungen und die laufende Koordination fortsetzen, um eine Datengrundlage für weitere Forschungsprojekte zum Thema Rückbau von Offshore-Windparks bereitzustellen.
- Das Fraunhofer IWES ist dabei für die Koordination, die wissenschaftliche Vernetzung und die Öffentlichkeitsarbeit der RAVE-Initiative verantwortlich.
Herausforderung
Der erste deutsche Offshore-Windpark alpha ventus ist 2009 als Testfeld für die Entwicklung der Offshore-Windenergie errichtet worden. Die Forschungsinitiative „Research at alpha ventus“ (RAVE) begleitet seit 2007 die Planungs- und Bauphase und seit 2010 den Betrieb des Windparks. Ziel von RAVE ist es, eine belastbare Datengrundlage von Daten eines realen Offshore-Windparks für die Forschung, aber auch für die Offshore-Branche bereitzustellen.
Das Ende der Lebensdauer der Anlagen von alpha ventus wird voraussichtlich 2030 erreicht sein. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Windpark angesichts der hohen Betriebskosten schon früher zurückgebaut wird. Damit steht alpha ventus als Pilot für einen neuen Zeitabschnitt in der Offshore-Windenergienutzung: den Rückbau der Anlagen und alle damit verbundenen Fragen nach der Lebensdauer der Anlagen, den Auswirkungen des Rückbaus und der Logistik.
Lösung
Für die Forschungsinitiative RAVE beginnt damit eine neue Phase. Aufbauend auf den fortlaufenden Mess- und Koordinationsprojekten (zuletzt OpenRAVE, 2020-2025), sollen die bestehenden Messungen und die laufende Koordination fortgesetzt werden, um zukünftige RAVE Forschungsvorhaben, die den Rückbau von alpha ventus begleiten werden, weiterhin mit den notwendigen bauwerks- und umweltrelevanten Daten versorgen zu können. Ziel ist es, einen Messservice bereitzustellen, der als Schnittstelle zwischen dem Betreiber von alpha ventus und der wissenschaftlichen Begleitforschung fungiert und die Umsetzung des wissenschaftlichen Messbedarfs ermöglicht.
Dafür werden die Partner das RAVE-Forschungsarchiv pflegen und erweitern sowie das Seegangsportal, in dem die qualitätsgeprüften ozeanographischen Messdaten und Seegangsdatenprodukte gesichert und bereitgestellt werden, um ein datengetriebenes Seegangsmodell auf Grundlage von künstlicher Intelligenz ergänzen.
Aufgabe des Fraunhofer IWES ist es, durch die Koordination, die wissenschaftliche Vernetzung und die Öffentlichkeitsarbeit der RAVE-Initiative, weitere Innovationen und Forschungsprojekte zu ermöglichen und zu unterstützen.
Mehrwert
Der Rückbau dieses ersten Windparks mit insgesamt zwölf Windenergieanlagen bietet allen beteiligten Akteuren die einmalige Chance, sich auf den in den folgenden Jahren anstehenden Rückbau von großen Offshore-Windparks in Deutschland vorzubereiten. Der kontinuierliche Messservice wird die bestehende Datenbasis um weitere Daten erweitern, von denen aktuelle und zukünftige Forschungsprojekte profitieren können, ohne den aufwendigen und schwierigen Part der Datengewinnung im Windpark selbst durchführen zu müssen. Die Koordination der derzeit rund 240 Datennutzenden ermöglicht dabei Synergien zwischen ganz unterschiedlichen Forschungsprojekten.
Mehr Informationen: https://www.rave-offshore.de/de/