ACTHYVE: Pilot ACtion on Technology Infrastructures for clean HYdrogen ValuE Chain

Auf einen Blick

  • ACTHYVE ist ein 18‑monatiges EU‑Projekt, das ermöglichen soll Wasserstofftechnologien schneller, sicherer und kostengünstiger auf den Markt zu bringen.
  • Im Fokus stehen sogenannte »Technology Infrastructures« (TIs), in denen Unternehmen Komponenten und komplette Systeme entlang der Wasserstoff‑Wertschöpfungskette entwickeln, testen und hochskalieren können.
  • Das Projekt erfasst, strukturiert und stärkt das europäische TI‑Netz im Bereich Wasserstoff und seiner Derivate.
  • Das Fraunhofer IWES bringt große Testinfrastrukturen ein, einerseits mit dem Hydrogen Lab Bremerhaven in Verbindung mit den Stromnetzemulatoren für Elektrolyseurrests mit Fokus Netzanschluß, Elektrotechnik und Erzeugungsperformance, andererseits mit dem Fokus Elektrochemie das Hydrogen Lab Leuna mit Stacktestrigs von 5 bis 2000 kW sowie Systemtests bis 5 MW in die europäische TI‑Kartierung ein. Das Institut liefert Praxiswissen zur Validierung von Elektrolyseuren, Leistungselektronik und gekoppelten Windkraft‑H₂‑Systemen für die Analyse von Lücken zwischen TI‑Angebot und Industriebedarf.
  • Das Fraunhofer IWES führt gemeinsam mit dem ICT die Ausarbeitung eines koordinierten EU‑Netzwerks von Wasserstoff‑Technologieinfrastrukturen inkl. Governance‑ und Betriebsmodellen an.

 

Herausforderung

Derzeit fehlen ausreichend geeignete Testfelder für Entwicklung, Erprobung und Demonstration von Elektrolyseuren im MW‑Maßstab und für das Zusammenspiel einzelner Technologiebausteine in Europe, wie z. B. Elektrolyse + Jet-Fuel‑Synthese, oder den Betrieb in schwachen Netzen. Viele Unternehmen – vor allem KMU und Start‑ups – kennen vorhandene TIs nicht oder haben beispielsweise wegen Kosten, Zugangsregeln, oder IP‑Fragen keinen einfachen Zugang.

Die TI‑Landschaft ist fragmentiert: Es gibt unterschiedliche nationale Strategien, uneinheitliche Finanzierungs- und Governance‑Modelle, teils starke regionale Konzentration, und einige unterrepräsentierte Länder/Regionen.

 

Lösung

Hier setzt das Forschungsprojekt ACTHYVE an und geht in drei Schritten vor:

1. Bestandsaufnahme & Bedarf

Eine systematische Kartierung bestehender TIs für Wasserstoff und Derivate in Europa, inkl. technischer Ausstattung, angebotener Services, Geschäftsmodelle und geografischer Verteilung, wird vorgenommen. Parallel dazu werden die Bedürfnisse von Industrie, KMU und Start‑ups erhoben und eine Analyse von Lücken und Barrieren zwischen Angebot und Nachfrage durchgeführt.

2. Strategische Roadmap 2035

Es werden eine europäische Technologie Infrastruktur-Strategie und ein Fahrplan bis 2035 mit vier Szenarien (z. B. unterschiedliches Marktwachstum, politische Rahmenbedingungen, technologische Durchbrüche, Transformation) entwickelt. Außerdem werden Investitionsprioritäten abgeleitet: Welche bestehenden TIs müssen ausgebaut werden und wo braucht es neue? Welche neuen Services wie bspw. Standardtests, Zertifizierung, Datenmanagement sind erforderlich? Darüber hinaus werden Vorschläge zur besseren Einbindung schwächer aufgestellter Regionen (z. B. Twinning mit etablierten TIs) erarbeitet.

3. Umsetzungspfade & Instrumente

Es werden Vorschlägen für Governance‑Strukturen, abgestimmte Finanzierungsmodelle (EU, nationale, private Mittel) und tragfähige Geschäftsmodelle für TIs entwickelt. Außerdem werden Themen wie Standardisierung, Zertifizierung, Sicherheit, Datenmanagement und Aus‑/Weiterbildung in das TI‑Angebot integriert. Als dritter Punkt ist die Erstellung eines Policy Toolkits und eines White Papers mit konkreten Empfehlungen für Politik, Fördergeber, Betreiber und Industrie sowie der Aufbau einer digitalen One‑Stop‑Shop‑Plattform vorgesehen. Letztere soll die Sichtbarkeit und den Zugang zu europäischen Wasserstoff‑TIs deutlich verbessern.

 

Mehrwert  

ACTHYVE liefert einen strukturierten europäischen Ansatz für Wasserstoff‑Technologieinfrastrukturen. Unternehmen – insbesondere KMU und Start‑ups – erhalten leichteren Zugang zu passenden Test- und Demonstrationsmöglichkeiten, können Risiken und Kosten bei Entwicklung und Skalierung ihrer Technologien senken und schneller in den Markt kommen. Politik und Fördergebende bekommen eine belastbare Entscheidungsgrundlage für künftige Investitionen und Programme. Durch bessere Vernetzung, klare Prioritäten und neue Services stärkt das Forschungsprojekt die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wasserstoffindustrie, fördert regionale Ausgewogenheit und beschleunigt die Energiewende.

Förderhinweis

ACTHYVE wird durch das European Union’s Horizon Europe program agreement no. 101294027 unterstützt. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die des/der Autor:in/der Autor:innen und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Union wider. Die Europäische Kommission kann nicht für sie verantwortlich gemacht werden.

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Fokusthema

Wasserstoff

 

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