Auf einen Blick
- Mitteldeutschland entwickelt sich rasant zu einem Schlüsselstandort für die Wasserstoffwirtschaft. Zahlreiche Projekte sind bereits gestartet, doch der Erfolg der Projekte hängt auch von der Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte ab.
- H2HUBPlus baut auf den erfolgreich entwickelten Strukturen und Formaten der ersten Förderung auf und erweitert sein Angebot um zusätzliche Formate und Zielgruppen.
- Das Fraunhofer IWES legt dabei gemeinsam mit dem Fraunhofer IMWS als neuen Projektpartner den Schwerpunkt auf den Wissenstransfer aus Forschung und Entwicklung.
Herausforderung
Bis 2045 will Deutschland weitgehend klimaneutral sein. Strom soll mit erneuerbaren Energien produziert werden, gleichzeitig wird die Bedeutung von Wasserstoff als Speichermedium, Energielieferant und Schlüsselelement in verschiedenen Branchen und Industrien zunehmen. Mitteldeutschland entwickelt sich zu einem wichtigen Standort der Wasserstoffwirtschaft. Insbesondere Sachsen-Anhalt bietet gute Voraussetzungen für die Erzeugung und Nutzung von grünem Wasserstoff in Industrie und Energiewirtschaft. Gleichzeitig steigt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften, anwendungsnahem Wissen und tragfähigen Bildungsstrukturen. Damit die Transformation gelingt, müssen aktuelle Forschungsergebnisse schneller in berufliche Weiterbildung, Studium, Schulen und öffentliche Bildungsangebote integriert werden.
Lösung
H2HUBPlus bündelt die Kompetenzen von Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Sachsen-Anhalt und vernetzt diese mit Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und weiteren regionalen Akteuren. Das Projekt baut auf den Strukturen der ersten Förderung auf, entwickelt bestehende Formate weiter und ergänzt sie um neue Qualifizierungsangebote, die wissenschaftlich fundiert, praxisnah und flexibel kombinierbar sind. Im Mittelpunkt stehen die bedarfsgerechte Qualifizierung unterschiedlicher Zielgruppen sowie der Aufbau tragfähiger Bildungs- und Kooperationsstrukturen für die Region und die Sensibilisierung und Akzeptanz für die Energiewende.
Die Maßnahmen umfassen unter anderem:
- Ausbau von Bildungspartnerschaften mit Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen
- Entwicklung weiterer berufsbegleitender Weiterbildungsformate
- Etablierung öffentlicher Angebote wie Bürgerdialoge, Demonstratoren und Bildungslabore
- Implementierung einer Summer School im Bereich angewandter Forschung und Entwicklung und hybrider Bildungsformate für den Übergang vom Studium in den Beruf
- Entwicklung digitaler Qualifizierungskomponenten, darunter VR-/AR-Lernwelten und KI-basierte Wissensvermittlung
- Praxisnahe Bildungsangebote für Schulen und zur frühen MINT-Berufsorientierung
- Flexibilisierung der Angebote durch die Entwicklung und Vergabe von Microcredentials
Das Fraunhofer IWES ist zusammen mit dem Fraunhofer IMWS in erster Linie für den Wissenstransfer aus Forschung und Entwicklung verantwortlich. Im Projekt werden Bildungs- und Transferformate entwickelt. Dazu gehören eine Lerneinheit für pädagogische Studiengänge mit Fokus auf dem Thema Klimawandel, ein Microcredential für Fach- und Führungskräfte zur Schnittstelle von Windenergie und Wasserstoff sowie die Entwicklung einer Summer School. Ergänzend entstehen Kurzvideos zur Sensibilisierung junger Menschen für den innovativen und zukunftsweisenden Arbeitsmarkt in der Energiewende, die in den sozialen Medien veröffentlicht werden. Die Gesamtkoordination des Verbundprojekts liegt beim Fraunhofer IWES.
Mehrwert
Das Projekt trägt zur Sicherung qualifizierter Fachkräfte, zur Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz der Energietransformation und zur Stärkung regionaler Strukturen bei. Die geplanten Maßnahmen fördern die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Lebensqualität in Mitteldeutschland und unterstützen die Zielsetzungen der STARK-Richtlinie.
Weitere Informationen auf der Website: H₂HUB