10 Jahre Forschung am ersten deutschen Offshore-Windpark alpha ventus

Der erste deutsche Offshore-Windpark alpha ventus wurde im Frühjahr 2010 eingeweiht. Er dient gleichzeitig auch als Forschungsplattform für die weitere Entwicklung der Offshore Windenergie. Die begleitende Forschungsinitiative RAVE (Research at alpha ventus) hat den Windpark seit seiner Errichtung mit umfangreicher Messtechnik vermessen und in zahlreichen Forschungsprojekten wichtige Fragestellungen bearbeitet. Das Ergebnis nach 10 Jahren ist durchweg positiv: Der Bereich Forschung und Entwicklung hat dazu beigetragen, dass heute Windparks mit rund 7.500 Megawatt installierter Leistung in deutschen Gewässern Strom produzieren. Der in RAVE entstandene weltweit einmalige Datensatz steht jetzt in einer vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) betriebenen Datenbank allen Forscherinnen und Forschern zur Verfügung, um die Offshore Windenergie weiter voranzubringen.

Offshore-Windenergie ist heute eine der wichtigsten Säulen der Energiewende. Der Bereich „Forschung und Entwicklung“ hat auch heute noch einen hohen Stellenwert. „Während vor zehn Jahren noch im Vordergrund stand, ob Offshore-Windenergie in Deutschland überhaupt möglich ist“, erinnert sich Bernhard Lange, Bereichsleiter am Fraunhofer IWES und Koordinator von RAVE, "stehen heute Fragen zur Optimierung der Technologie und zur weiteren Senkung der Kosten im Fokus.“

Die im Windpark alpha ventus gewonnenen Daten sind für solche Fragestellungen bestens geeignet, da die Daten mittlerweile einen Betriebszeitraum von zehn Jahren umfassen. Aber nicht nur die Länge der Zeitreihen, sondern auch der Umfang der Messungen sind bei den erhobenen Daten weltweit einmalig: Zeitweise waren mehr als 1.200 Messkanäle in Betrieb und haben inzwischen mehr als 30 TB Daten erzeugt. Die Messungen in RAVE werden fortgesetzt, so dass die Datenbasis auch weiterhin wächst.

Alle Messdaten sind im RAVE-Forschungsarchiv gespeichert, das vom Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie (BSH) betrieben wird. Von diesem Archiv können Forscherinnen und Forscher RAVE-Daten herunterladen, die sie für ihre Forschungsarbeit benötigen. „Dadurch, dass der Betrieb des Archivs von einer Bundesbehörde geleistet wird, sind Datenhaltung und Datenzugang auch langfristig gesichert.“, so Kai Herklotz, Leiter des Sachgebietes mobile und stationäre Messungen und Projektleiter im BSH.

Um diesen Datenbestand nutzen zu können, ist eine Registrierung sowie das Eingehen eines Datennutzungsvertrags erforderlich. Dieser Vertrag regelt z.B. die Vertraulichkeit der Daten und der Forschungsergebnisse, die eingehalten werden müssen. Die Nutzerinnen und Nutzer dürfen diese Daten für Forschungszwecke nutzen. Weitere Informationen zu den Daten und dem Zugang für Interessierte finden Sie unter: http://www.rave-offshore.de/.
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Ansprechpartner

Dr. Bernhard Lange
Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES
Am Seedeich 45, 27572 Bremerhaven
Tel.: +49 471 14290-350, 
E-Mail: bernhard.lange@iwes.fraunhofer.de
www.iwes.fraunhofer.de

Kai Herklotz
Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
Bernhard-Nocht-Str. 78, 20359 Hamburg
Tel.:  +49 40 3190 3230
E-Mail: kai.herklotz@bsh.de
www.bsh.de

 

Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie (BSH)

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ist die zentrale maritime Behörde in Deutschland. Rund 850 Menschen in rund 100 Berufen befassen sich mit Aufgaben in der Seeschifffahrt, der Ozeanographie, der nautischen Hydrographie, der Offshore-Windenergie und der Verwaltung. Fünf eigene Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffen operieren in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone von Nord- und Ostsee. Das BSH arbeitet international in mehr als 12 Organisationen und etwa 200 dort angesiedelten Gremien unter anderem bei der Entwicklung internationaler Übereinkommen mit. Das BSH ist eine Bundesoberbehörde und Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur mit Dienstsitzen in Hamburg und Rostock.

Fraunhofer IWES

Das Fraunhofer IWES sichert Investitionen in technologische Weiterentwicklungen durch Validierung ab, verkürzt Innovationszyklen, beschleunigt Zertifizierungsvorgänge und erhöht die Planungsgenauigkeit durch innovative Messmethoden im Bereich der Windenergie. Derzeit sind rund 220 Wissenschaftler/-innen und Angestellte sowie mehr als 80 Studierende an fünf Standorten beschäftigt: Bremerhaven, Hannover, Bremen, Hamburg und Oldenburg.

© Areva Multibrid/Jan Oelker
Der erste deutsche Offshore-Windpark alpha ventus
© Areva MultibridJan Oelker
Der in RAVE entstandene weltweit einmalige Datensatz steht jetzt allen Forschern zur Verfügung, um die Offshore Windenergie weiter voranzubringen